Leftmover mit Hagelsturm im Taunus
Hallo und schwitzige Grüße aus dem Süden,
Am Sonntag den 21.06.2026 war ich in RLP und Hessen unterwegs, da dort neben guten Energiewerten zwischen 1000-2000 Joule auch etwas bessere Scherung gerechnet wurde. Aus den Prognose-Soundings und dem Hodographen ging hervor, dass die Zellen ihren aus fotografischer Sicht interessanten Teil (Aufwind) im Nordwesten haben sollten. Gegen Nachmittag setzte ich ein Target zwischen Bingen und Koblenz bei Norath nahe Emmelshausen und traf dort noch weitere Kollegen. Zum Teil geplant, zum Teil durch Zufall.
Lange konnte man den halbherzigen Versuchen in der Konvergenz zusehen und strotzte der immer unangenehmer werdenden schwülen Hitze. Östlich von meinem Standort ging dann der erste stärkere Aufwind hoch und bildete einen schönen Eisschirm aus.



Leider war von hier aus der Rhein im Weg, sodass von hier aus keine Verlagerung nach Osten möglich war. Also ging es wieder zurück über Bingen und Wiesbaden um den Taunus herum. Etwa knapp nordöstlich von Wiesbaden fand ich dann einen Standort und hatte Blick auf den Aufwind an der Kante des Niederschlags. Die Zelle hatte mittlerweile wieder an Mächtigkeit und Stärke verloren, dafür sah die Struktur zeitweise fast aus wie bei einer LP Superzelle.



Im Hintergrund explodierte jedoch ein neuer Aufwind, welcher unter Verstärkung nach Nordosten über Limburg an der Lahn Kurs auf Gießen/Wetzlar nahm. Auf dem Radar zeigte die Zelle immer mehr Charakteristika eines Leftmovers. Ich fuhr so schnell es ging nach Norden bis kurz vor Wetzlar und konnte da den Aufzug der Zelle beobachten, welche in diesen Minuten mit Großhagel bis an die 6cm und heftigen Fallböen schwere Schäden an Vegetation und Infrastruktur hinterlassen hat.






Auch wenn der Hagelkern nach Analyse wieder an Stärke verlieren sollte, ahnte ich beim Aufzug schon mit einer erneuten Steigerung und sollte kurz darauf recht behalten. Mein Plan war eigentlich unter die Autobahnbrücke bei Münchholzhausen zu fahren. So weit kam ich aber nicht mehr, da mir bereits zwei geschätzte 4cm Klumpen auf die Frontscheibe geknallt sind. Also suchte ich unter einer Busch/Baumkette Schutz vor der von der Seite kommenden Hagelwand. Dies war aber eher kontraproduktiv, da während des Durchzugs ein großer Ast vom Baum neben mir auf mein Auto gekracht ist. Keine Sorge, nur ein paar Kratzer am Auto und mir ist nichts passiert.
Anschließend bin ich noch in die Region um Weilburg gefahren, da dort laut Radardaten die stärkste Phase des Unwetters war. Angekommen fand ich Hagelmassen, zig abgebrochene Äste, abgebrochene Bäume, Geröll- und Schlammlawinen auf/an den Straßen und diverse Schäden an Häusern (Rollläden etc.). Leider war die Zeit zum Dokumentieren dazu begrenzt, da es bereits Nacht wurde. Hier ein paar wenige Impressionen:







