Klassische Superzelle in Frankreich
vergangenen Donnerstag sah es für die Region von Lyon nordöstlich bis Höhe Breisgau vor allem ab dem späten Nachmittag und Abend nach einer ausgewachsenen Superzellenlage aus mit passabler DLS, SRH und ausreichend Energie. Dazu auch noch der passende Hebungsantrieb von Westen, welcher sich ab dem Nachmittag südwestlich von Dijon und Chalon sur Saone abzeichnete.
Ich wartete mit Kollegen bei Dole und konnte dort den Aufzug einer markanten Superzelle dokumentieren, welche auch ein sehr klares Hookecho auf dem Radar hatte.
Schon lange bevor der eigentliche Aufwind erkennbar war, sah man die Einströmbereiche im Midlevel.

Nach und nach schälte sich der eigentliche Aufwind aus der dunstigen Luft.



Der Hagelkern kam schnell näher, also hieß es flott zur Autobahn. Im Rückspiegel erkannte man die gefährliche Dynamik unter dem Aufwind, welche auch stets die Gefahr einer Tornadobildung aufwies.



Nachdem etwas Abstand zur Zelle über die A36 hergestellt war, fanden wir einen guten Platz direkt an einem Rastplatz zwischen Besancon und Montebeliard. Der Aufzug den ich hier beobachten konnte, gehört zu den spektakulärsten, welche ich je gesehen habe.







Nachdem der Standort bis zum Äußersten ausgereizt wurde ging es weiter bis kurz vor Montebeliard. Auf dem Weg dort hin stets der atemberaubende Blick nach hinten auf die sensationellen Strukturen.

Man merkte, dass hier die Luftmasse schon etwas trockener wurde und die Zelle nicht mehr eine klassische Wallcloud hatte, also den Zugriff in die Grundschicht mehr und mehr verlor. Dies tat der Optik aber weiterhin keinen Abbruch.



Beim Versuch nochmals davor zu kommen gerieten wir in den Hagelschlag der Superzelle, konnten aber noch ohne größere Schäden durch den FFD flüchten. Nur 2-3 Minuten später zerstörte Großhagel bis zu Tennisbällen (geschätzte 7 – 8 cm) alle Scheiben Karossen auf der Autobahn bis zum Totalschaden. Wir hatten hier also mehr wie Glück. Nach diesem Vorfall erkannten wir, dass es ohne einen erneuten Corepunch zu provozieren nicht mehr reichen würde, vor die Zelle zu kommen.

Also fuhren wir hinter Mühlhausen von der Autobahn ab und schauten noch der blitzenden Zelle beim Abziehen in den Hochschwarzwald zu. Generell wurde die Superzelle nach dem Großhagel bei Belfort zusehends schwächer und löste sich über dem Hochschwarzwald schließlich auf.

